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Bürgerverein Petkum e.V. Gemeinnütziger Verein für Heimatpflege Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“
Das Deichvorland der Unterems von Jarßum bis Gandersum in der Stadt Emden und der Gemeinde Moormerland wurde am 20.07.1994 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet ist etwa 200 ha groß. Zu den sich hier aufhaltenden Brutvogelarten zählen Brandgans, Nonnengans, Kanadagans, Säbelschnäbler, Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel, Wiesenpieper, Austernfischer und Lachmöwe sowie Blaukelchen, Teich- und Schilfrohrsänger. Neuerdings wurde sogar ein Flamingo gesichtet. Durch Unterschutzstellung sollen die Salzwiesen entwickelt und langfristig gesichert werden. Sie sind Lebensraum gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Der Brutvogelbestand, insbesondere des Säbelschnäblers begründet die Einstufung als international bedeutsames Vogelbrutgebiet. Durch den Ankauf und die Nutzungsextensivierung hat sich herausgestellt, dass die Entfaltung der Salzwiesenvegetation behindert wurde und vermehrt Teekanlandungen(Treibsel) am Deich festzustellen sind. Durch die extensive Beweidung tritt vermehrt Teekanlandung (Treibsel) an den Deichen auf, so dass sich Die Moormerländer Deichacht sah sich aus Sicherheitsgründen veranlaßt, eine befestigte Betonstraße zu bauen, um den Teek abfahren zu können, ohne den Deichkörper zu beschädigen. Dieser Teekabfuhrweg liegt nach Meinung der Moormerländer Deichacht auf dem Deichfuß und ist somit ein Teil des Deiches. Die Naturschützer sind anderer Meinung und fordern die Sperrung dieses Weges für die Bevölkerung.
Der 4,5 km lange Teekabfuhrweg ist außerhalb der Brutzeit zunächst in einer 3-jährigen Versuchsphase in der Zeit vom 15. Juli bis zum 30. September für die Benutzung durch die Bevölkerung als Rad- und Wanderweg freigegeben. Dieser Weg hat einen enormen Freizeitwert nicht nur für die Bevölkerung vor Ort, sondern für ganz Emden.
Die Bevölkerung, vertreten durch den Ortsrat Petkum und den Ortsvorsteher Widdelswehr, wollten 1994 "nur" ein besonders geschütztes Biotop und kein Naturschutzgebiet.
Stadtrat und Stadtverwaltung haben damals anders entschieden. Damit hatte (und hat) sich die Bevölkerung vor Ort zähneknirschend abfinden müssen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die ältere Generation von heute diese Einschränkung schweren Herzens hingenommen hat, war dieses Gebiet doch seit Jahrtausenden für sie allgemein zugänglich. Die Bevölkerung ist praktisch, wie man so schön sagt, mit und in diesem Gebiet groß geworden. Die Bevölkerung hat diese Einschränkung akzeptieren müssen und hat seit dieser Zeit das Deichvorland nicht mehr betreten und das Verbot beachtet.
Bis zum Neubau des Deiches haben wir jahrzehntelang für eine Öffnung des Deichverteidigungsweges - wie auf der linken Seite der Ems - gekämpft. Mit der Moormerländer Deichacht waren wir uns einig, dass nach Neubau des Deiches sogenannte Schafsroste eingebaut werden sollten, damit dieser Weg von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden konnte. Als dann der Teekweg plötzlich entstand und dieser Weg entsprechend durch Zäune für eine Nutzung hergerichtet wurde, ist auf die Nutzung des Deichverteidigungsweges automatisch verzichtet worden. Wir haben dann selbstverständlich die Herrichtung des Deichverteidigungsweges für diese Zwecke nicht weiter verfolgt
Kommentar zum Teekweg
Mensch und Natur in Einklang
In Sachen Teekabfuhrweg scheint kein Ende in Sicht. Die Argumentation auf Seiten der meisten – sicherlich nicht aller – Naturschützer ist schon lange nicht mehr sachlich. Die Kämpfer für Natur und Gänse im Deichvorland von Borssum bis Gandersum lassen in der Öffentlichkeit mittlerweile jegliche Ernsthaftigkeit vermissen. Sie wissen sich nicht mehr anders zu helfen als mit Schimpftiraden, unsachlichen Äußerungen und herbeigesuchten Zitaten intelligenter Menschen. Da werden Politiker und Journalisten beschimpft und Andersdenkende zum gemeinen Mob degradiert. Sogar vor Verleumdungen und übler Nachrede machen sie nicht halt, werfen ihren „Gegnern“ mangelnden Sachverstand vor. Der vorläufige Höhepunkt – und da bleibt einem wirklich die Spucke weg - ist der Vergleich des Fackelumzugs am Deich mit den berüchtigten Fackelzügen der Nazis.
Unredliche Vergleiche werden also angestellt, Kommentare werden einäugig gelesen und was das Schlimmste ist: Demokratische Prozesse der Mehrheitsbildung werden nicht anerkannt bzw. sie können sie nur gutheißen, wenn sie einer ihnen konformen Meinungsbildung dienen. Das ist beschämend und zeugt von einem bedenklichen Mangel an Toleranz und Achtung gegenüber Andersdenkenden. Engagement ist grundsätzlich eine gute Sache, sollte man meinen. Das Niveau, auf dem der Schlagabtausch zum Thema Teekabfuhrweg an dieser Stelle stattfindet, mag unterhaltsam für manchen Leser sein, ist der Sache jedoch alles andere als dienlich. Und das haben sich in erster Linie die Naturschützer und Gänsehüter auf die Fahne zu schreiben, die sich hier zu (Un-)Wort melden und das Ansehen der Bürger zu beschädigen versuchen, die eine andere Meinung vertreten und nach Kompromissen suchen, die Mensch und Natur in Einklang bringen. Die einzigen, die dieses Gezeter glücklicherweise nicht stört, sind die zu schützenden Vögel im Deichvorland, denen - und das ist ja wohl klar – keiner was Böses will.“
Im Jahre 2004 wurde auf der Deichkrone ein Naturlehrpfad eingerichtet. Auf den befestigten Deichübergängen von Jarßum bis Gandersum (Kirchweg, Schliekweg, Sportplatzweg, Zum Dobben und Petkumer-Münte-Weg) sowie am neuen Petkumer Siel und beim Gandersumer Emssperrwerk sind Schautafeln und Bänke aufgestellt.
Der Bürgerverein hofft, daß es zu einem vernünftigen Kompromiß zwischen Naturschützern und Bevölkerung kommt, so daß die Menschen vor Ort am Geschehen im Petkumer Deichvorland teilhaben können.
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