Die Entstehung

BĂĽrgerverein Petkum e.V.

GemeinnĂĽtziger Verein fĂĽr Heimatpflege  

 

P e t t i n g h e m - P e t k u m

Ortsbeschreibung

Warften, auch Wurten genannt, sind kurz vor Beginn oder um die Zeitenwende entstanden.

Um 800 n Chr als „Pettinghem“ erstmals urkundlich erwähnt. In einem Heberegister des Klosters Werden an der Ruhr fĂĽr kirchliche Abgaben wurden zum ersten Mal 9 namentlich bekannte Einwohner aus Pettinghem als Steuerzahler genannt.

Pette = FluĂźlauf, hem = Heim. Durch die gĂĽnstige Lage an der Ems war Petkum im Mittelalter Handelsplatz. Ende des 19. Jahrhunderts wurden auf einer Werft 8 Schoner gebaut und durch ein offenes Siel in der Muhde aufgetakelt.

3 Warften - Kirche(3,3 m ĂĽber NN), Hohe Str (2,9 m ĂĽber NN) und Vierhausen (1,3 m ĂĽber NN) - sind noch heute zu erkennen.

Seit 1367 war Petkum eine Herrlichkeit = reichsunabhängiges Gebiet mit eigenen Hoheits-, Zoll-, Stand-, Jagd-, Gerichts- sowie MĂĽhlen- und Fährrechten auch von Ditzum. Der letzte Petkumer Häuptling starb 1478. Danach war Petkum Sitz der Häuptlinge aus den Dornumer Familien  Abdena, Kankena und Ripperda.

Seit 1972 Stadtteil von Emden. 1190 Einwohnner, Fläche 1180 ha. Zusammen mit den Deichvorland und Bansmeer sowie den renaturierten Flächen im Hammrich stehen ca 33 % der Flächen unter Naturschutz.

 

 

Die Kirche – ca 800 Jahre alt –

Wahrzeichen Petkums. Wurde dem heiligen Antonius – Patron der Kirche – gewidmet. Im 13. Jahrhundert als Langhaus erbaut; Teile aus dieser Zeit sind noch in der Südwand erhalten.

1 Glocke und der Bentheimer Taufstein stammen ebenfalls aus dieser Zeit und sind  800 Jahre alt.

Der Chor wurde 1470 im spätgotischen Baustil vom letzten Petkumer Häuptling angebaut. Im Jahre 1750 wurde das Mauerwerk des Kirchenschiffes abgebrochen und erneuert.

Der Glockenturm wurde 1802 erbaut. Inschrift auf einer Tafel an der Ostseite: Baron von Torck, Herr zu Petkum.

Deckenmalerei sehenswert.

Relief aus Sandstein von Ende des 15. Jahrhunderts. Im Chorraum sind 12 Grabplatten verschiedenster Art aus der Zeit vom 13. Jahrhundert bis 1795 zu sehen, unter anderem vom letzten Petkumer Häuptling. Eine trapezförmige Sandsteinplatte mit Vortragekreuz aus der Zeit um 1200 weist auf einen Vorgängerbau hin. Im Gewölbe des Chorraumes stehen die Särge von Bolo und Maria Ripperda. 

Petkum ist eine ev.-luth. Kirchengemeinde.

5 Fenster im Chor zeigen
die Motive: Gesetz(Moses), Leiden, Tod und Auferstehung(Ostern), Geistsendung(Pfingsten).

 

Die Siele

1.      Das alte Siel von 1857/58 ist größtes Gewölbesiel an der ostfr KĂĽste. Steht wie auch das daneben liegende landwirtschaftliche Gebäude (Sielhaus) unter Denkmalschutz. Durchflussbreite 7,60 m. Um die Durchflussbreite des neuen Sieles zu erreichen, wurde ein Bypass  von 6,00 m Breite im Jahre 2003 angelegt.

     

2.     Das neue Siel wurde 1983 - 1987 in geschlossener Bauweise fĂĽr 6 ca Mill Euro (11,7 Mill DM) gebaut. Durchflussbreite 12,40 m.

 

Die Ems

Von der Quelle (Teutoburger Wald) bis zur Mündung (Insel Borkum) 331 km lang. Die Quelle liegt 134 m über NN (dem Meeresspiegel). 111 km der oberen Ems nicht schiffbar. Schiffbar für Sportboote ab Greven. In Höhe Petkum 8,00 m tiefe Fahrrinne.

 

Die Deiche

Die ersten Deiche wurden um 1000 n Chr gebaut. Zum Vergleich: Die ersten Deiche (Dämme) hatten eine Sohlenbreite (Deichfuß) von 4,00 m, während der jetzige Deich eine Sohlenbreite von 85 m hat.

Der alten Deich mit Deichgatt und Sturmflutmarken hat eine Höhe von 6,30 m über NN und steht unter Denkmalschutz.

Der neue Deich mit neuem Profil und neuem Siel = 7,70 m über NN. Der im Innern des Deiches enthaltene Sandkörper ist durch eine starke Kleischicht abgedeckt. Das Profil der neuen Deiche bietet bei Sturmfluten weniger Angriffsfläche.

 

 

 

Die Fähre

Urspr herrschaftliche Petkumer Fähre; Fährrecht zwischen Petkum und Ditzum lag bei den Petkumer Häuptlingen.

Jetzige Fähre 1929 erbaut. Petkum - Ditzum = rd 2 km; Fahrzeit 15 - 20 Min; Geschwindigkeit = 8 Knoten; Maximal zu befördern 3 Pkw und 60 Passagiere einschl Fahrräder.

Heute ist der Landkreis Leer Eigentümerder Fähre.

 

Der Naturschutz- insgesamt ca 1/3 der Fläche der Ortschaft stehen unter Naturschutz –

1. Das Deichvorland

200 ha stehen unter Naturschutz. FFH-Gebiet fĂĽr tausende Rast-, Gast- und Brutvögel wie WeiĂźwangengänse, Säbelschnäbler, Wachtelkönig, Blaukelchen, Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel, Nonnen-, Bläss- und Graugänse. Stark eingeschränkte, extensive landwirtschaftliche Nutzung. 

2. Das Bansmeer

Ein Binnenmeer, das unter Naturschutz steht.

3. Der Hammrich

Landwirtschaftliche Nutzflächen - meist Wiesen und Weiden, vereinzelt Ackerbau -  ca200 ha werden renaturiert und sollen in den ursprĂĽnglichen Zustand zurĂĽckversetzt werden.

 

Petkumer MĂĽnte

Kleine Ansiedlung meist von landwirtschaftlichen Gebäuden. Die Mönche des Klosters „Muhde“ an der Ledamündung erhielten 1408 das Patronatsrecht, erbten 1460 Ländereien in diesem Gebiet und bauten hier ein Vorwerk.

 

Der Ems-Seiten-Kanal

Dient fast auschl der Entwässerung und dem Bootstourismus und ist TeilstĂĽck des Dortmund-Ems-Kanals - 269  km lang-.Der Dortmund-Ems-Kanal wurde in den Jahren 1890 bis 1899 erbaut und ist von Oldersum bis Emden (9 km) als Seitenkanal gefĂĽhrt.

 

Das Petkumer Tief

Ăśber das Petkumer Tief und das Siel wird ein groĂźer Teil des sĂĽdlichen Ostfrieslands entwässert. Ehemals natĂĽrlicher Flusslauf(Priel) zur Entwässerung eines bis nach Aurich  reichenden Gebietes.

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